Evangelische Schulseelsorge

Evangelische Schulseelsorge ist ein durch den christlichen Glauben motiviertes und von der Kirche getragenes offenes Angebot an alle Menschen im Lebensraum Schule (Schüler/innen, Lehrer/innen, Mitarbeitende an der Schule, Eltern). Sie bietet ein offenes Ohr, qualifizierten Rat, Hilfe und religiös-ethische Begleitung in den Herausforderungen des alltäglichen Lebens. Damit leistet sie einen unverwechselbaren Beitrag zu einer lebendigen und menschenfreundlichen Schulkultur.

  1. Schulseelsorge bietet ein offenes Ohr
  2. Schulseelsorge bietet qualifizierten Rat
  3. Schulseelsorge bietet Hilfe
  4. Schulseelsorge bietet Begleitung
  5.  

Grundformen

Schulseelsorge hat eine implizite und eine explizite Dimension:
Seelsorge kann und soll sich implizit in allen Feldern kirchlichen Handelns an der Schule ereignen. Schulseelsorge intendiert ein explizit gewolltes und reflektiertes seelsorgliches Handeln an Menschen im Lebensraum Schule. Sie ist als Seelsorge „Hilfe zur Lebensgewissheit“ und „Zuwendung zum einzelnen Menschen im Namen des Christentums und im Auftrag der Kirche“.

Explizite Schulseelsorge kann sich in drei Grundformen zeigen:

  1. Einzelgespräche
  2. Begleitung von Gruppen - liturgische und spirituelle Formen
  3. Vermittlung und Vernetzung zwischen Schule und Kirche
  4.  

Verhältnis zum Religionsunterricht

Religionsunterricht kann heute die sichtbar vielfältigen Belange der Schulseelsorge vielfach nicht integrieren. Schulseelsorge steht deshalb als eigenständiges Arbeitsfeld im Schnittpunkt grundlegender Entwicklungslinien des Religionsunterrichts und der Schulentwicklung.

Evangelische Schulseelsorge wird sich neben dem Religionsunterricht als eigenständiges Handlungsfeld und als besondere Form kirchlicher Präsenz an der Schule etablieren.

  • add Drei Angebotsstrukturen

    Evangelische Schulseelsorge unterscheidet drei Angebotsstrukturen:

    1. Kontaktperson als Teil des Dienstauftrags
      Die Kontaktperson ist an den Schulen bekannt. Alle Schülerinnen und Schüler wissen, dass Sie im Bedarfsfall diese Person um Rat und Hilfe anfragen dürfen und dass diese Person dafür qualifiziert ist, entsprechend mit der Anfrage umzugehen. Kontaktpersonen nehmen die Schule bzw. die dort arbeitenden und Lernenden seelsorgerlich wahr und erkennen besondere Herausforderungen. Diese werden in Kooperation mit anderen ins Gespräch gebracht und Lösungen zugeführt. Außerdem ist die Kontaktperson über weitere Angebote der Evang. Kirche im Umkreis informiert und vermittelt entsprechende Kontakte.


    2. Durchgängiges, wöchentliches Beratungs- und Begleitungsangebot Angebot über ein Schuljahr hinweg im Umfang einer Unterrichtsstunde
      Schulseelsorge hat in dieser Form einen fest zugewiesenen Platz im Stundenplan einer Schule, weist eine wöchentliche Sprechstundenzeit aus und steht für die intensivste Form der Begleitung zur Verfügung. Hier erfahren Schülerinnen und Schüler nicht nur Rat und Hilfe sondern auch durchgängige Begleitung. Auch für schulische Anliegen steht die verantwortliche Person bzw. ein Team zur Verfügung. Schulseelsorge kann so Teil des Schulprofils und der Konzeption einer Schule werden. Insbesondere an Ganztagsschulen kann damit ein spezifisch kirchliche Präsenz mit eigenem Profil gezeigt werden.


    3. Punktuelle, projektartige, anlassbezogene Angebote (Maßnahmenfinanzierung)
      Besondere Bedarfslagen übersteigen bisweilen die Kapazität einer Kontaktperson, wo sie anlassbezogen und intensiv einen begrenzten Zeitraum erfordern. Diese mittlere Befassungsform ist sehr variabel zu handhaben und jeweils vor Ort zu entscheiden.

      Unter Maßnahmenfinanzierungen können Zuschüsse für

    • Einkehrtage (auch in Klöster/Stift Urach)
    • Tage der Orientierung
    • Besinnungstage
    • Räume der Stille
    • anlass- und projektbezogene Unterstützung der Schulen im Schwerpunkt Schulseelsorge
    • oder vergleichbares geltend gemacht werden.
  • add Downloads: Konzeption, Leitlinien, Antragsformulare und Broschüre