Lehrerinnen und Lehrer

Staatliche Lehrer und Lehrerinnen

Rund 27.000 Wochenstunden evangelischer Religionsunterricht wurden im Schuljahr 2015/16 an den allgemeinbildenden Schulen im Bereich der Württembergischen Landeskirche erteilt.

4670 staatliche Lehrerinnen und Lehrer erteilten dabei 17026 Wochenstunden, durch rund 2260 kirchliche Lehrkräfte wurden 9865 Wochenstunden erteilt.

Eine stattliche Zahl! Sie spricht für die religiöse Bildung der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen  in unserem  Land. Hinzukommen die Wochenstunden, die von anderen Religionsgemeinschaften in unserem Land verantwortet werden. Religiöse Bildung an den allgemeinbildenden Schulen in unserem Land ist –auch das ist am Zusammenwirken staatlicher und kirchlicher Lehrkräfte erkennbar - eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Religionsgemeinschaften.

„Das gesamte Schulwesen geschieht unter der Ausfischt des Staates“, das regelt Art 7.1 des Grundgesetzes (GG). Das gilt auch für den Religionsunterricht. Er ist, so Art 7.3 GG, ordentliches Lehrfach.

Der Religionsunterricht ist das einzige Fach, das im Grundgesetz ausdrücklich erwähnt wird. Er ist also etwas Besonderes. Das ist wichtig und gut. Schließlich zeigt die Geschichte Deutschlands vor 1949, dem Gründungsjahr der Bundesrepublik, immer wieder auch Entgleisungen auf. Letztere gründeten oft darin, dass die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses nicht sorgfältig beachtet, reflektiert und geschützt wurden.

Der Staat verhält sich im Bereich des Religionsunterrichts weltanschaulich neutral. Nur so ist und bleibt die bereits genannte Freiheit, wie sie in Art 4.1 GG formuliert ist, auch dauerhaft gewährleistet .

Der Religionsunterricht hat als ordentliches Lehrfach deshalb eine Sonderstellung. Er geschieht im Auftrag, unter Aufsicht des Staates. Dabei ist er aber in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften zu erteilen, so Artikel 7.3 GG.

Jede Religionslehrkraft, ganz gleich ob staatlich oder kirchlich beschäftigt, ist diesen Grundlagen verpflichtet.

Mit der Vokation der Religionslehrerinnen und -lehrer beauftragt und bevollmächtigt die Landeskirche sie als Religionslehrkräfte, bestätigt deren wichtige Rolle und geht mit ihnen eine verbindliche Partnerschaft ein.

Kirchliche Mitarbeiter/innen

Rund 860 kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ca. 1400 Pfarrerinnen und Pfarrer sind derzeit  im Verantwortungsbereich der Evangelischen Kirche in Württemberg im Religionsunterricht eingesetzt. Gemeinsam mit den staatlichen Lehrkräften sind sie Garanten und Akteure zugleich, damit die religiöse Bildung der Schülerinnen und Schüler in unserem Land gelingen kann. Diese steht im gemeinsamen Interesse von Staat und Religionsgemeinschaften. Vor allem deshalb, aber auch zur Absicherung der Unterrichtsversorgung stellt die Evangelische Kirche in Württemberg dem Land Baden-Württemberg kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Religionslehrkräfte zur Verfügung.

Pfarrer/innen

Auch Pfarrerinnen und Pfarrer gehören zur obengenannten Gruppe der kirchlichen Lehrkräfte. Sie unterrichten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Religionsunterricht. Die religiöse Bildung  ist ein wesentlicher Bestandteil ihres Dienstauftrags, einer unter vielen. Mit den anderen Teilen ihres pfarramtlichen Dienstes tragen die Pfarrerinnen und Pfarrer zur Bereicherung der Schullandschaft und des Schullebens bei. Das ist nicht immer einfach- aber im Sinne der gemeinsamen Gestaltung einer Schule von morgen ein wichtiger Bestandteil. Pfarrerinnen und Pfarrer machen wertvolle Erfahrungen im Bereich der Seelsorge, der Begleitung von Menschen unterschiedlichen Alters an Wendepunkten des Lebens, der Krisenintervention,  der Personalverantwortung,  der Teilhabe an anderen gemeinwesenorientierten Lebensperspektiven – all das kennzeichnet den pfarramtlichen Alltag. Von diesem Erfahrungsreichtum profitiert Schule indirekt und direkt.   Zurzeit arbeiten rund 1.400 Pfarrer/innen an Schulen im Bereich der Württembergischen Landeskirche.

Schülerinnen und Schüler

Rund 265.000 Schülerinnen und Schüler nehmen jede Woche an den allgemeinbildenden Schulen im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg am evangelischen  Religionsunterricht teil.  Insgesamt wurden im Schuljahr 2015/16  jede Woche rund 27.000 Stunden Evangelische Religionslehre erteilt.

Allerdings sind trotz intensiver guter und gemeinsamer Kooperation zwischen den Evangelischen Kirchen in Baden und Württemberg und dem Land immer noch rund 7850 Evangelische Schülerinnen und Schüler ohne Religionsunterrichtsangebot.

Die Gesamtschülerzahl an den allgemeinbildenden Schulen ist wie auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler  im evangelischen Religionsunterricht gegenüber dem Schuljahr 2014/2015  leicht gesunken. Der Anteil der am Religionsunterricht teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sank um rund 0,5%. Die Gesamtschülerzahl nahm im Vergleichszeitraum um ca. 2,8% ab.

Ein Trend, der sich aber in den kommenden wohl nicht weiter fortsetzen wird. Wir erwarten steigende Schülerzahlen. Baden-Württemberg ist für viele Deutsche ein attraktives  Bundesland und profitiert dadurch von Zuzügen. Auch die Geburtenzahl – das zeigen die neuesten Meldungen- steigt wieder an.

Der Evangelische Religionsunterricht ist auch im Rahmen einer pluraler werdenden Gesellschaft attraktiv. Eine wachsende Zahl von Schülerinnen und Schülern ohne konfessionelle Zugehörigkeit besucht auf eigenen oder auf Wunsch ihrer Erziehungsberechtigten den Religionsunterricht.